Heinz Kühn
Heinz Kühn ist der Namensgeber unserer Stiftung. Er war ein engagierter Journalist und visionärer Politiker. Als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen prägte er die politische Landschaft maßgeblich durch seine sozialen Reformen und seinen Einsatz für Gerechtigkeit. Darüber hinaus setzte er als erster Bundesbeauftragter für Ausländerfragen wichtige Impulse für eine moderne und zukunftsweisende Integrationspolitik.
Frühes Leben
Heinz Kühn wurde am 18. Februar 1912 in Köln geboren. In ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, trat er mit 16 Jahren der sozialistischen Arbeiterjugend und mit 18 Jahren der SPD bei. Auf sein Abitur im Jahre 1931 folgte ein Volontariat bei der „Rheinischen Zeitung“ und ein paralleles Studium der Nationalökonomie und Staatswissenschaften.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten war er gezwungen, ins Exil zu flüchten - zunächst in das unter Völkerbundmandat stehende Saarland und später nach Belgien sowie die Tschechoslowakei. Kühn, der sich während seines Exils gegen die Naziherrschaft engagierte, kehrte 1945 nach Köln zurück. Dort wurde er außenpolitischer Redakteur und später Chefredakteur der wieder gegründeten „Rheinischen Zeitung“.
Vom Landtag in den Bundestag und zurück
Seine journalistische Karriere gab Kühn zugunsten der Politik auf: 1948 wurde er in den nordrhein-westfälischen Landtag gewählt und wechselte 1953/54 in den Bundestag. Aufgrund eines Streits in der SPD kandidierte Kühn als Kompromisskandidat 1962 für den Landtag des Landes Nordrhein-Westfalen – und erzielte das bis dahin beste Ergebnis für seine Partei. Vier Jahre später, 1966, wurde Kühn schließlich Ministerpräsident. Durch seine Führungsqualitäten und rhetorischen Fähigkeiten brachte er der SPD den nötigen Schub, um sich zur stärksten Partei in Nordrhein-Westfalen zu entwickeln. Seine fortschrittliche sozial-liberale Koalition aus SPD und FDP wurde als „Düsseldorfer Modell“ Vorbild für die Bundeskoalition ab 1969. Er wirkte an zahlreichen Bildungsreformen und einer umfassenden Kommunalreform mit und gestaltete den beginnenden Strukturwandel im Ruhrgebiet. 1978 trat er von seinem Amt zurück.
Spätere Jahre
Der Rücktritt bedeutete nicht das Ende seiner politischen Karriere: Im Folgejahr wurde Kühn zum ersten Bundesbeauftragten für Ausländerfragen ernannt und zog in das erste direkt gewählte europäische Parlament ein. Zudem war er von 1983 bis 1987 Vorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung. Aus gesundheitlichen Gründen zog sich Kühn 1987/88 aus der Politik zurück und starb im Alter von 80 Jahren am 12. März 1992 in Köln.
Aufgrund seiner besonderen Verdienste wurde Heinz Kühn mit dem Großen Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband und dem Großkreuz ausgezeichnet. Frankreich würdigte ihn mit der Ernennung zum Großoffizier der Französischen Ehrenlegion.
Mit ihrer Arbeit trägt die Stiftung das Lebenswerk ihres Namensgebers weiter.